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Die Staatsschuldenuhr

October 10, 2008 | 8:44 am

Ist das schön. Die Amerikaner überraschen mich doch immer wieder in jederlei Hinsicht.

CNN, zur Abwechslung einmal in aller Trockenheit: “U.S. debt overpowers National Debt Clock“.

Seymour Durst, ein mittlerweile verstorbener New Yorker Immobilien Developer, hatte diese Uhr 1989 installieren lassen, als die US Staatsschulden ca. 2,7 Billionen Dollar betrugen.

Nun gingen der Schuldenuhr die Ziffern aus: Seit Verabschiedung des Paulson-Plans ist die Staatsverschuldung auf über 10 Billionen Dollar angewachsen und das Dollar-Zeichen vor der Summe musste der zusätzlich benötigten Dezimalstelle weichen.

Zuvor hatte er in den Achtziger Jahren Glückwunschkarten an Kongressabgeordnete und Senatoren verschickt, auf denen “Happy New Year - Ihr persönlicher Anteil an der Staatsschuld beträgt so und so viel …” zu lesen war.

Hurst starb 1995, die Ära Dublya Bush/Greenspan und Bush/Paulson/Bernanke ist ihm also er”spart” geblieben, seinen nationalen Schuldenanteil trägt nun sein Sohn und Nachfolger. Dieser kann sich durchaus in Sicherheit wiegen, dass auch dereinst Enkel und Urenkel nicht leer ausgehen werden.

Vieles, wenn nicht das meiste, was in den Medien dieser Tage zur weltweiten Finanzkrise zu lesen ist, kann ich ja kaum zu  ertragen - alle spielen sie das grosse “Blame Game”: Gierige Investmentbanker, Banken und Finanzsektor überhaupt treiben uns in den Ruin … Regierungen und Nationalbanken nun die grossen Retter in der Not. Bye bye Marktwirtschaft. 

Und kaum jemand scheint zu verstehen, dass dieser ganze aufgeblähte Finanzsektor in den letzten 60 Jahren ja in erster Linie zum Erfüllungsgehilfen einer noch aufgeblähteren Staatsmaschinerie geworden ist, die auf Biegen und Brechen ALLES unternimmt um das Funktionieren von Märkten zu verhindern! Wenn Banken Jahrzente lang nicht in Konkurs gehen DÜRFEN, und statt dessen immer stärker an die Muttermilch der Zentralbanken genommen werden, ohne die sie nicht lebensfähig sind, und weiter fleissig Staatsschulden und frisches Geld in die Welt bringen, ohne die wiederum die Regierungen nicht überlebensfähig sind, dann ist diese ganze Branche dazu verdammt so gross und so marod zu werden, dass am Ende dieses Kapitels auch der Staat nicht mehr den Einsturz des Gebäudes verhindern kann.

Das sind monströse Metastasen im Endstadium, die sich in einem “freien Markt”, wo laufend bereinigt und aussortiert wird, nie hätten bilden können. Ich bin zuversichtlich, dass sich der Markt auch diesmal durchsetzt - aber je länger man das verhindert, desto grösser der Knall.

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Deutsch, Ökonomie
Tags
Bush, Finanzkrise, freier Markt, Greenspan, Marktwirtschaft, National Debt Clock, New York, Paulson, Staatsschulden, Times Square
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Bangkok Dangerous

October 9, 2008 | 5:28 pm

Bloody Tuesday in Bangkok: 437 Verletzte, 2 Tote - Mob gegen Polizei. Ich hab den ganzen Dienstag lang nichts davon mitbekommen, weil ich nämlich ironischerweise den ganzen Dienstag lang … in Bangkok war. Bis ich am Abend dann die Zeitungen konsumiert habe.

Es ist schlimm, es ist grotesk. Ein dubioser Mob, der seit 2 Monaten das Regierungsgebäude besetzt und am Dienstag das Parlament stürmt, um die mit fast absoluter Mehrheit gewählte “Volkspartei” PPP zu stürzen, und die Verfassung gleich mit, moralisch unterstützt von der oppositionellen “Democrat Party”, die auch immer offener für die Abschaffung der Demokratie eintritt, und von den Medien, und von Thai Airways-Piloten, die PPP-Abgeordnete aus dem Flugzeug werfen, von Ärzten die die Behandlung von verwundeten Polizisten verweigern, sowie von Höchstrichtern, die damit beschäftigt sind, mittlerweile verhaftete Mob-Anführer wieder reinzuwaschen.

I could go on and on and on. Ich bin auch kein Freund dieser Regierung, noch weniger halte ich von Regierungen und Nationalstaaten überhaupt … - aber ein gekaufter Mob für politische Machtspiele, das ist auch keine Alternative.

In Wahrheit ist es mir zuwieder, überhaupt noch darüber nachzudenken.

Vielleicht sollte ich aufhören, Zeitungen zu lesen.

Es ist doch so schön ruhig und friedlich hier in unserem Garten.
Ich werde mir “Bangkok Dangerous” doch besser demnächst im Kino anschaun. 

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Deutsch, Thailand
Tags
Ausschreitungen, Bangkok, Krise, PAD, PPP, Thailand
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