chr’s personal website

I’m a grafic designer, copywriter & webworker
  • English
  • Deutsch
  • rss
  • Home
  • Blog
  • Photos
  • Über mich
  • Kontakt
  • Client-Login Area

Steuerverschwendungsaktionismus

January 25, 2009 | 8:34 pm

Dieser Tage hat Herr Schnauder einen etwas mageren Kommentar zum hinterherhinkenden Krisen-Aktionismus der Österreichischen Regierung im “Standard” abgegeben. Das ist - quasi per definitionem - nichts Weltbewegendes, aber der fette Titel hat meine Aufmerksamkeit erregt: “Krisenbewältigung: Copy and Paste“.

Wirklich lässiger Titel - und wie sich herausstellt auch sehr zutreffend, denn der Aktionismus verläuft nach folgendem Muster: Zuerst ist einmal alles wunderbar und es besteht kein Anlaß zur Sorge (und schon gar nicht zum Handeln). Solange bis Deutschland etwas vormacht (Bankenpaket, Konjunkturpaket, Automobilverschrottungsprämie …), das dann hurtig sozusagen “kopiert und eingefügt” wird. (”Schutzimpfung” … ! …)

Das wahre Drama - und damit den Nagel auf den Kopf - hat freilich ein User-Kommentar getroffen, User “socke schorsch” titelt:

Copy and WASTE!

Ein Geniestreich. Und wahrlich … was für eine Verschwendung an Steuergeldern. Was für ein kompletter Unfug, einen Staatskomissär in eine dubiose Kleinbank zu setzen, statt den Konkursrichter …  was für eine Idiotie, Milliardenbeträge in eine komplett durchgeknallte Gemeindefinanziererbank zu pumpen, die jahrelang den Markt für Gemeindefinanzierungen aufs übelste ruiniert hat … was für … ach … was. 

Was rege ich mich überhaupt auf. Es ist offensichtlich weltweit kein Kraut gegen diesen Steuerverschwendungsaktionismus gewachsen, und nicht die geringste Einsicht in die wirklichen, ja durchaus monströsen Aussmaße dieser Krise - und ein völliges Unverständnis der Mechanismen dahinter. Da stehen wir vor einem Flächenbrand, und werfen dort und da einen grossen Wasserkübel ab - Trinkwasser, wohlgemerkt. Statt zu verstehen, wie, wo und warum es wirklich brennt, und in welche Richtung sich das Feuer ausbreiten wird.  Ich möchte fast sagen … statt die NOTWENDIGKEIT des Feuers zu verstehen!

Kommentare
2 Kommentare »
Kategorien
Deutsch, Ökonomie
Tags
Österreich, Bankenhilfe, Deutschland, Konjunkturpaket, Weltwirtschaftskrise
RSS Kommentare RSS Kommentare
Trackback Trackback

Brace for impact.

January 20, 2009 | 12:05 pm

Black man given nation\'s worst jobUm es gleich zu sagen: Auch ich finde Herrn Obama recht sympathisch. Der letzte Staatschef, dessen Antritt ich bewusst erlebt habe und der mir auf Anhieb recht sympathisch erschien, hiess Gorbatschov. Und ich denke, die beiden Herren werden eines vor der Geschichte gemeinsam haben: Den Zerfall einer Supermacht unter ihrer Hand.

Ich habe den Verdacht, meine intuitive Sympathie kommt vielleicht gar davon, dass Supermächte für diesen Planeten schlicht ungesund sind. Und einem Ende der “pax americana” kann man eigentlich auch eher gelassen entgegensehen - es kann ja fast nur friedlicher werden.

Die US-Satirezeitschrift “The Onion” hat es in Ihrer Headline zum Ausgang der Wahlen sehr schön getroffen: Schwarzer hat den miesesten Job des Landes bekommen.

Das stimmt in vielerlei Hinsicht. Und ganz besonders vor dem Hintergrund der bevorstehenden wirtschaftlichen Bruchlandung. Ich sehe ehrlichgesagt nicht ein einziges Anzeichen dafür, dass Obama & Team dem Totalabsturz auch nur irgendetwas entgegesetzen könnten … ganz im Gegenteil: Summers und Geithner werden in enger Zusammenarbeit mit diesem tragisch-komischen Bernanke noch das letzte aus dem monetären Gaspedal herausholen und dann zum Todes-Stimulus ansetzen. In God we trust: alles, was in den 30er Jahren schon nicht funktioniert hat, und auch nicht im dauerdepressiven Japan seit den 90er Jahren - das alles soll nun unter wesentlich schwierigeren Ausgangsbedingungen in den USA funktionieren. Die USA der 30er Jahre hatten einen Aussenhandelsüberschuss und waren eine Gläubiger-Nation, ebenso wie Japan. Die USA anno 2009 gehen mit einem unvorstellbaren Schuldenberg in die Depression. Und mehr Schulden sollen nun die Krise lösen. Selbst mittlerweile völlig vertrottelte Ökonomen wie der regierende Preisträger Paul Krugman sprechen sich vermutlich jeden Abend vor dem Einschlafen vor: this time is different, this time is different, this time is different …

Bruchlandung unausweichlich

Diesem Obama haftet fürwahr etwas Messianisches an, das ist nicht zu leugnen. Aber irgendetwas ist da auch faul: Entweder ist er noch nicht so recht aufgewacht aus seinem Wahlkampf-Trip, oder er ist auch einer von diesen verdammt guten Lügnern. Ganz im Zeichen der nationalen Sicherheit, natürlich.

Wie auch immer: es wird ganz generell “aufgewacht werden”, das steht für mich ausser Zweifel. Und eher früher als später. Wenn es nach Herrn Celente, Amerika’s erfolgreichstem Nostradamus unserer Zeit geht, dann ist es schon in ein paar Wochen so weit. Und zwar sehr weit: Sein Trends Research Institute spricht unter dem Titel “The Collapse of 09″ gar von bürgerkriegsartigen Zuständen und letztendlich dem Zerfall der USA.

Aber man muss freilich nicht Hellseher sein - oft reicht es schon, mit einem kühnen und kühlen Blick die Fakten und Konsequenzen richtig einzuschätzen. Und sie dann auch beim Namen nennen. So etwa, wie das vor kurzem der “Held vom Hudson River” getan hat. Brace for impact - Macht euch auf den Aufprall gefasst. Nicht mehr und nicht weniger waren die trockenen Worte des Captain an die Passagiere, ein paar Minuten vor der virtuosen Wasserung.

Es liesse sich nicht ehrlicher und zutreffender formulieren.

In diesem Sinne:
President Obama, brace for impact.

Kommentare
Keine Kommentare »
Kategorien
Deutsch, Weltwirtschaftskrise, Ökonomie
Tags
Angelobung, Collapse of 09, Flugzeugabsturz, Gerald Celente, Hudson River, Lawrence Summers, Nostradamus, Paul Krugman, President Obama, Timothy Geithner, Trends Research Institute, Weltwirtschaftskrise
RSS Kommentare RSS Kommentare
Trackback Trackback

In god we tru$t?

November 24, 2008 | 8:36 am

Wir befinden uns im Jahr 2008 n.Chr. und die Weltfinanz-cum-Wirtschaftskrise führt uns täglich vor Augen, wie eng die Begriffe Kredit und Vertrauen miteinander verknüpft sind. Die unendliche Komplexheit unseres Sprachschatzes verführt ja dazu, dass wir ob der Vielfalt von Wörtern und Begriffen oft die grundlegendsten Zusammenhänge vergessen - wie eben jene zwischen Kredit und Vertrauen. Die Altphilologen haben da gemeinhin ein höheres Bewusstsein für diese Bedeutungszusammenhänge, und prompt sagt uns der Lateiner: creditum, „das auf Treu und Glauben Anvertraute“ …

Also machen wir doch einen kleinen Versuch: sagen wir mal, Kredit und Vertrauen wären der Einfachkeit halber ein und dasselbe. Folglich befänden wir uns also mitten in einer “Weltvertrauenskrise“. Mit diesem Begriff im Hinterkopf erlauben wir uns nun einen simplistischen Blick in die Weltfinanzmärkte, als mitten hinein in das Blutbad, und stellen fest: niemand vertraut niemandem. Nicht enden wollendes Misstrauen am ganzen Finanzmarkt. Am ganzen Finanzmarkt?

Nein, ein von unbeugsamen Bankiers bevölkertes Imperium hört nicht auf, dem Misstrauen Widerstand zu leisten.

Wer hat noch etwas Vertrauen übrig?

Während - grob gesprochen - so ziemlich alles Papier und anderweitig Verbrieftes samt deren (roh-)stofflichen Grundlagen in einer deflationären Spirale nun schon seit Monaten in Richtung Süden fällt, fliesst das letzte Vertrauen, das noch auszumachen ist, offensichtlich in folgende, miteinander verknüpfte Spielfelder: 

1. Den US-Dollar
2. Die amerikanischen Staatsschuldverschreibungen
3. Das amerikanische Budgetdefizit

Das amerikanische Budgetdefizit geht im Zuge der geballten sogenannten “Hilfsmassnahmen” vom Stadium “astronomisch” in eine - sagen wir - “galaktische Phase”, und wird nur mehr von der (kurzfristigen) Bilanz des Federal Reserve Systems in den Schatten gestellt. Der Dollar aber befindet sich so ziemlich gegenüber allem (ausser dem japanischen Yen) auf einem manischen Höhenflug, und die Government Bonds gehen weg wie die warmen Semmeln, und zwar in einem Ausmaß, dass zum Beispiel der Zinsertrag der 3-Monats-Ausgabe (3-month T-Bill) inzwischen schon bei üppigen 0,02% liegt, wogegen den “privaten” Anleihen-Schrott, der nun schon über 20% abwerfen würde, weiterhin niemand anrührt. Das beschäftigt mittlerweile auch schon den frischgebackenen Ökonomie-Weltmeister Paul Krugman, der ja ansonsten eher der Gruppe der spendierfreudigen Neo-Keynesianer zuzurechnen ist, und verleitet ihn in seiner New York Times-Kolumne zu einer ebenso präzisen wir lapidaren Aussage: “This is an economic emergency.” 

The biggest gamble of all …

Ich vermute es gilt immer noch die alte Investor-Regel von der “Flucht in die Sicherheit” - sprich wenn gar nichts mehr geht, dann kaufen wir das letzte, einzig “sichere” Papier von allen - die amerikanische Staatsschuld? Oder kaufen die Chinesen & Compagnie T-Bills und Dollar-Devisen schon “at gunpoint”? (Richtige Zyniker meinen ja, dass das einzige, was den Dollar als internationale Leitwährung stützt, ein Atomwaffenarsenal ist …)

Ein Grossteil der T-Bill-Abonennten und Devisen-Tauscher scheint tatsächlich in Asien beheimatet zu sein. Die Asiaten sind ja streng genommen nicht besonders christlich, doch das “Gottvertrauen”, dass sie nun (immer noch) an den Tag legen, ist schon durchaus beängstigend. Wer sollte denn eigentlich noch auf Gott vertrauen ausser den amerikanischen Notenbankiers, die den Stehsatz “In God we trust” täglich auf frische Dollarnoten drucken? Ist das schon der letzte Strohhalm, an den sich die internationalen Investoren klammern? Ist das nicht … eine Illusion?

Ich glaube, selbst der neu erwählte Heilsbringer der angeschlagenen Supermacht, Herr Obama, hat schon seine Zweifel ob das noch lange gutgehen kann: in einem genialen Schachzug hat er den Chef der New Yorker Fed zu seinem Finanzminister designiert. Timothy Geithner ist umsatzmässig quasi nicht nur der grösste Staatsschuldenhändler, sondern in seinem Lebenslauf stehen noch ganz andere Qualitäten: er hat an führender Position, und als Vertreter der Gläubiger, die Staatskrisen und Staatsbankrotte der jüngeren Geschichte abgewickelt: jene von Brasilien, Indonesien, Mexico, Südkorea und Thailand. Er ist also ein ausgewiesener Staats-”Bailout”-Experte. Das könnte - gemeinsam mit seinen Sprachkenntnissen in Japanisch und Chinesisch - dann durchaus von Vorteil sein. Wenn er nämlich erste Reihe fussfrei die Schuldner-Seite solcher Verhandlungen kennen lernen wird.

Aber so weit sind wir freilich noch nicht. Doch es wird weiter fieberhaft und mit global vereinten Kräften am Staatsbankrott der Vereinigten Staaten gearbeitet. Denn wohin sollte ein “mehr vom selben”, also mehr Schulden inmitten einer Vertrauens- und Schuldenkrise sonst führen? Das frische Geld ist leider kein Zaubertrank, sondern schwer toxisch beim Zustand des amerikanischen Patienten. Und wenn es dann so sein wird, dann möge keiner den ersten Stein werfen und vom Ende des Kapitalismus reden. Denn ein Staatsbankrott des grössten Schuldners der Welt wäre ein starkes Zeichen dafür, dass der Kapitalismus doch noch funktioniert. Aber eigentlich leben wir ja in einem durch und durch merkantilistischen System mit Nuklearwaffen … es bleibt also spannend, der Ausgang ist ungewiss, und die Einsätze am Spieltisch sind alarmierend.

Fest steht in dieser Situation nur eines: Den Zaubertrank, den gibt es leider nur in einem kleinen gallischen Dorf …

 

Kommentare
Keine Kommentare »
Kategorien
Deutsch, Globales, Ökonomie
Tags
Bonds, Dollar, Finanzkrise, Kredit, Obama, Staatsschuldverschreibungen, T-Bill, Timothy Geithner, USA, Vertrauen, Weltwirtschaftskrise
RSS Kommentare RSS Kommentare
Trackback Trackback

Die Staatsschuldenuhr

October 10, 2008 | 8:44 am

Ist das schön. Die Amerikaner überraschen mich doch immer wieder in jederlei Hinsicht.

CNN, zur Abwechslung einmal in aller Trockenheit: “U.S. debt overpowers National Debt Clock“.

Seymour Durst, ein mittlerweile verstorbener New Yorker Immobilien Developer, hatte diese Uhr 1989 installieren lassen, als die US Staatsschulden ca. 2,7 Billionen Dollar betrugen.

Nun gingen der Schuldenuhr die Ziffern aus: Seit Verabschiedung des Paulson-Plans ist die Staatsverschuldung auf über 10 Billionen Dollar angewachsen und das Dollar-Zeichen vor der Summe musste der zusätzlich benötigten Dezimalstelle weichen.

Zuvor hatte er in den Achtziger Jahren Glückwunschkarten an Kongressabgeordnete und Senatoren verschickt, auf denen “Happy New Year - Ihr persönlicher Anteil an der Staatsschuld beträgt so und so viel …” zu lesen war.

Hurst starb 1995, die Ära Dublya Bush/Greenspan und Bush/Paulson/Bernanke ist ihm also er”spart” geblieben, seinen nationalen Schuldenanteil trägt nun sein Sohn und Nachfolger. Dieser kann sich durchaus in Sicherheit wiegen, dass auch dereinst Enkel und Urenkel nicht leer ausgehen werden.

Vieles, wenn nicht das meiste, was in den Medien dieser Tage zur weltweiten Finanzkrise zu lesen ist, kann ich ja kaum zu  ertragen - alle spielen sie das grosse “Blame Game”: Gierige Investmentbanker, Banken und Finanzsektor überhaupt treiben uns in den Ruin … Regierungen und Nationalbanken nun die grossen Retter in der Not. Bye bye Marktwirtschaft. 

Und kaum jemand scheint zu verstehen, dass dieser ganze aufgeblähte Finanzsektor in den letzten 60 Jahren ja in erster Linie zum Erfüllungsgehilfen einer noch aufgeblähteren Staatsmaschinerie geworden ist, die auf Biegen und Brechen ALLES unternimmt um das Funktionieren von Märkten zu verhindern! Wenn Banken Jahrzente lang nicht in Konkurs gehen DÜRFEN, und statt dessen immer stärker an die Muttermilch der Zentralbanken genommen werden, ohne die sie nicht lebensfähig sind, und weiter fleissig Staatsschulden und frisches Geld in die Welt bringen, ohne die wiederum die Regierungen nicht überlebensfähig sind, dann ist diese ganze Branche dazu verdammt so gross und so marod zu werden, dass am Ende dieses Kapitels auch der Staat nicht mehr den Einsturz des Gebäudes verhindern kann.

Das sind monströse Metastasen im Endstadium, die sich in einem “freien Markt”, wo laufend bereinigt und aussortiert wird, nie hätten bilden können. Ich bin zuversichtlich, dass sich der Markt auch diesmal durchsetzt - aber je länger man das verhindert, desto grösser der Knall.

Kommentare
2 Kommentare »
Kategorien
Deutsch, Ökonomie
Tags
Bush, Finanzkrise, freier Markt, Greenspan, Marktwirtschaft, National Debt Clock, New York, Paulson, Staatsschulden, Times Square
RSS Kommentare RSS Kommentare
Trackback Trackback

Der Paulson Plan

September 26, 2008 | 8:11 pm

Henry Paulson mit chinesischen FreundenFrage: wie spart man 200 Millionen Dollar Einkommenssteuer?

Oh boy, it’s so simple. Man braucht nur von den besten lernen.
Hier also ein kleines Tutorial, inspiriert von Henry Paulson, dem Mann der Stunde - Mister Bailout, dem Retter der Weltwirtschaft!

2 Schrittte reichen aus, um 200 Millionen Dollar Steuern zu sparen:

Schritt 1: Ein guter Job
Um so viel Einkommensteuer sparen zu können, benötigt man natürlich ein ordentliches Einkommen. Wie ja nun hinlänglich bekannt ist, eignet sich dafür zum Beispiel eine New Yorker Investmentbank ganz gut. Am besten gleich dort, wo immer schon “die besten der besten” arbeiten. In etwa 7 Jahre als Chef von “Goldman Sachs” sind ausreichend, das macht in etwa 500-700 Millionen Dollar. Hauptsächlich in Firmenaktion und Aktienoptionen, versteht sich. Denn solange die Papiere nicht veräussert werden (und noch etwas wert sind), solange fällt auch keine Steuer an.

Schritt 2: Ein noch besserer Job!
Nun kommt der clevere Teil: Wie wird man die Papiere los, ohne dann 200 Millionen Dollar Steuern abzuliefern? Man wird Politiker! Am einfachsten ist es, man wird gleich Finanzminister. Es ist natürlich “unvereinbar”, als oberster Herausgeber von Staatsschuldverschreibungen zum Beispiel Aktien an einer Wall Street Investmentbank zu halten. Das liegt auf der Hand. Nachdem aber auch die Regierung ein grosses Interesse daran hat, dass nur die “besten der besten” in ihren Reihen zum Wohle der Nation arbeiten, gibt es daher ein nettes kleines Gesetz, dass die erzwungene Veräusserung von solchen Wertpapieren für diese selbstlosen Patrioten ein wenig “abfedert”: Nämlich zu 100% STEUERFREI.

So einfach ist das!

Henry Paulson junior, ein bescheidener, hart arbeitender und naturverbundener Junge vom Land, zeigt wie’s geht. Eigentlich wollte er ja Parc Ranger werden, doch wie es der Teufel so will wurde er zuerst Politiker, dann Investmentbanker. CEO von Goldman Sachs (1999-2006), der einflussreichsten Investmentbank der Welt, ist schon eine tolle Sache. Und er hat seinen Job auch toll gemacht! 44 Milliarden Dollar Umsatz hat er der Bank alleine mit Immobilienhypotheken verschafft. Der Mann ist also jeden der 500 Millionen Bonus-Dollar wert, das steht ganz ausser Frage - denn er war auch noch so clever, Immobilienderivate mit entsprechenden Shortselling-Positionen abzusichern. Ich bin mir sicher, ein Blick auf den inflationsbereinigten Hauspreischart anno 2006 hat ihn zu dieser weisen Voraussicht bekehrt!

Und Henry Paulson ist so gut, dass er es sich sogar noch verbessern konnte. Im Moment arbeitet er zum Beispiel gerade daran, sich vom US Congress einen 700 Mrd.-Dollarscheck ausstellen zu lassen, mit dem er schnell, ganz allein ohne zu fragen und - jetzt kommt’s erst - ohne sich später rechtfertigen zu müssen an der Wall Street notleidende Banker unterstützen kann.

Sein ehemaliger Arbeitgeber dankt es ihm bestimmt - schliesslich ist Goldman Sachs, im Gegensatz zu den jüngst verblichenen und aufgekauften Mitbewerbern, dank Paulson’s Umsicht als CEO ja nocheinmal mit einem blauen Auge davongekommen. Die Firma dankt es ihm doppelt und dreifach - denn inzwischen ist auf Paulson’s Initiative Shortselling auf die Aktien von Goldman Sachs verboten - und wenn sein Plan, mit 700 Steuerzahlermilliarden noch den Rest der inzwischen so giftigen Immobilienderivate kurz und schmerzlos zu entsorgen, dann, ja dann können seine ehemaligen Kollegen gemeinsam mit dem Orakel der Wallstreet, also mit Gott selbst, ganz kräftig die Korken knallen lassen!

Gott, a.k.a. Warren Buffet, der neue Miteigentümer, wird bestimmt in seinem Urin spüren, wann der Zeitpunkt kommt, auf den kollabierenden Dollar zu wetten. Und wenn nicht - Henry Paulson sollte es ja sogar noch besser wissen. Denn im Unterschied zu Gott kann er ja heimlich unter den gigantischen Tisch schauen, unter den gerade die kollektiven Verfehlungen von White House, Capitol Hill und Wall Street in einem Aufwischen gekehrt werden. Sollte er dann noch im Amt sein …

PS: Ich finde übrigens überhaupt nicht, dass die sprichwörtliche “Gier” der Banker so verwerflich ist. Im Grunde finden an der Wall Street ja jeden Tag Wahlen statt. Ein Problem, und zwar ein grosses Problem, sind allerdings die Kollegen in Washington, die das Wahlergebnis nicht akzeptieren wollen!

Quellen und weitere Informationen:

http://en.wikipedia.org/wiki/Henry_Paulson
http://www.economist.com/books/displayStory.cfm?source=hptextfeature&story_id=12295116
http://www.huffingtonpost.com/robyn-o/goldmans-revolving-door-e_b_129103.html
http://www.nytimes.com/2008/07/27/business/economy/27hank.html?_r=1&adxnnl=1&pagewanted=4&adxnnlx=1222423493-JPIODyyFEIpKYlXvwjIUqg
http://business.timesonline.co.uk/tol/business/economics/article4794879.ece 

 

Kommentare
2 Kommentare »
Kategorien
Ökonomie
Tags
Credit Crunch, Goldman Sachs, Henry Paulson, Paulson Plan, Subprime Crisis, Treasury, US, US Dollar
RSS Kommentare RSS Kommentare
Trackback Trackback

chr's Blog

  • Der letzte Wille des Alfred Nobel
  • Ausnahmezustand
  • Steuerverschwendungsaktionismus
  • Der amerikanische Held
  • Brace for impact.
  • Warten auf Godot
  • In god we tru$t?
  • Die Staatsschuldenuhr
  • Bangkok Dangerous
  • Der Paulson Plan

Latest Comments

  • Joerg on Der letzte Wille des Alfred Nobel
  • dta on Die Staatsschuldenuhr
  • Peter Wurm on Steuerverschwendungsaktionismus
  • Peter Wurm on Steuerverschwendungsaktionismus
  • Woody on Die Staatsschuldenuhr
rss RSS Kommentare valid xhtml 1.1 design by jide powered by Wordpress get firefox