Naturgemäß beneide ich Dich!
June 2, 2008 | 2:04 pm
Unlängst schrieb mir ein Freund per Skype folgende denkwürdige Worte: “Naturgemäß beneide ich Dich.” Nachdem ich nun schon bald ein Jahr in der ewigen Sonne lebe höre ich soetwas natürlich gelegentlich. Aber in dieser Direktheit und eleganten Thomas-Bernhard-Formulierung höre ich es nicht alle Tage, und schon gar nicht aus dem Mund eines Bankers. Grund genug, über die Naturgemässheit des Beneidens von Auswanderern nachzudenken.
Warum beneidet man einen Auswanderer? Ist der sprichwörtliche Auswanderer nicht jemand, der aus jahrelang angehäuftem Frust und generellem ennui heraus alles hinschmeisst und irgendwo an irgendeinen sonnigen Strand flüchtet und das geniesst, was von seinem Leben noch übrig ist? Beneidet man ihn gerade deshalb, weil man glaubt er habe zumindest das schlimmste schon hinter sich gebracht? Oder darum, weil er den ganzen Tag am Strand sitzt und seine Füsse ins Meer hält? Vielleicht, vielleicht auch nicht. Es unendlich viele individuelle Gründe dafür, auszuwandern oder eben nicht auszuwandern. Letztlich ist alles eine Frage der individuellen Lebensgeschichte.
Die Sache mit dem Neid ist wohl ein Fall von Vorurteil versus latenten Sehnsüchten. Womit ich nun bei meiner eigenen Erfahrung wäre.
Was ist der Kern der Sache?
Einser-Frage: Was treibst du so den ganzen Tag? Geniesst dein Leben? Antwort: Das gleiche wie vorher. Arbeite, esse, schlafe, verbringe Zeit mit meiner Frau, spiele mit dem Hund und - ja - geniesse mein Leben! Mein Leben “davor” und jetzt unterscheidet sich im wesentlichen in drei Punkten: Erstens Klima, zweitens Wetter, und drittens Temperatur.
Alles andere? same same!
Basically.






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