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Der amerikanische Held

January 25, 2009 | 7:19 pm

Das nenne ich einen wahren Helden: Wie aus einer anderen, längst vergangenen Zeit tritt uns Captain Chesley B. “Sully” Sullenberger entgegen - der Pilot, den unlängst den US Airline Airways Air-Bus so selbstverständlich wie kunstvoll im Hudson River geparkt hat. Oder besser gesagt: der Gentleman mit der steifen Unterlippe und der stets korrekten Haltung tritt uns nicht entgegen, er entzieht sich uns förmlich!

Form ist die Grundsubstanz des wahren Helden: Eine knappe und präzise Durchsage (”Brace for impact”), eine souveräne Wasserung, 2 mal Inspektion durch die sinkende Kabine von der ersten bis zur letzten Reihe (”double-check”), und danach … untergetaucht. Kein Interview, kein Heldenlächeln, kein Kommentar, keine … Autobiographie ;)

Er hat die mehr als verdienten mehr 15-plus Minuten Ruhm einfach kommentarlos verstreichen lassen. Danke, Sully! Danke von einem frustrierten Nachrichtenkonsumenten. Aber jetzt, nach über einer Woche schweigenden Ruhms, jetzt bist Du mir doch noch vor die CNN-Kamera gekommen.

Danville, California - Bürgermeister-Ehrung vor dem Heimpublikum. Ehrensache.
Frau Captain übernimmt im Wesentlichen das Sprechen (”Für mich ist er hauptsächlich der Mann, der mir meinen Frühstückstee bringt”). Und dann, doch noch, der Höhepunkt: Sully tritt ans Mikrophon, sagt einmal gar nichts (ist etwas überwältigt, aber zeigt es nicht), und dann: Vielen Dank dass ihr alle gekommen seid. Ein reiner Zufall - diese Crew and diesem Tag mit diesem Flug. Im Namen der Crew darf er sagen, alle haben einfach ihren Job gemacht, so wie sie ihn gelernt haben.

Vielen Dank. (Ende der Durchsage). Heldentum anno 2009. Hut ab.

Video von Sully’s Homecoming auf CNN

 

 

 

 

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Deutsch, Kultur
Tags
15 Minuten Ruhm, CNN, Ehrensache, Flugzeugabsturz, Heldentum, Hudson River, New York, Sully Sullenberger, US Airline
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Die Staatsschuldenuhr

October 10, 2008 | 8:44 am

Ist das schön. Die Amerikaner überraschen mich doch immer wieder in jederlei Hinsicht.

CNN, zur Abwechslung einmal in aller Trockenheit: “U.S. debt overpowers National Debt Clock“.

Seymour Durst, ein mittlerweile verstorbener New Yorker Immobilien Developer, hatte diese Uhr 1989 installieren lassen, als die US Staatsschulden ca. 2,7 Billionen Dollar betrugen.

Nun gingen der Schuldenuhr die Ziffern aus: Seit Verabschiedung des Paulson-Plans ist die Staatsverschuldung auf über 10 Billionen Dollar angewachsen und das Dollar-Zeichen vor der Summe musste der zusätzlich benötigten Dezimalstelle weichen.

Zuvor hatte er in den Achtziger Jahren Glückwunschkarten an Kongressabgeordnete und Senatoren verschickt, auf denen “Happy New Year - Ihr persönlicher Anteil an der Staatsschuld beträgt so und so viel …” zu lesen war.

Hurst starb 1995, die Ära Dublya Bush/Greenspan und Bush/Paulson/Bernanke ist ihm also er”spart” geblieben, seinen nationalen Schuldenanteil trägt nun sein Sohn und Nachfolger. Dieser kann sich durchaus in Sicherheit wiegen, dass auch dereinst Enkel und Urenkel nicht leer ausgehen werden.

Vieles, wenn nicht das meiste, was in den Medien dieser Tage zur weltweiten Finanzkrise zu lesen ist, kann ich ja kaum zu  ertragen - alle spielen sie das grosse “Blame Game”: Gierige Investmentbanker, Banken und Finanzsektor überhaupt treiben uns in den Ruin … Regierungen und Nationalbanken nun die grossen Retter in der Not. Bye bye Marktwirtschaft. 

Und kaum jemand scheint zu verstehen, dass dieser ganze aufgeblähte Finanzsektor in den letzten 60 Jahren ja in erster Linie zum Erfüllungsgehilfen einer noch aufgeblähteren Staatsmaschinerie geworden ist, die auf Biegen und Brechen ALLES unternimmt um das Funktionieren von Märkten zu verhindern! Wenn Banken Jahrzente lang nicht in Konkurs gehen DÜRFEN, und statt dessen immer stärker an die Muttermilch der Zentralbanken genommen werden, ohne die sie nicht lebensfähig sind, und weiter fleissig Staatsschulden und frisches Geld in die Welt bringen, ohne die wiederum die Regierungen nicht überlebensfähig sind, dann ist diese ganze Branche dazu verdammt so gross und so marod zu werden, dass am Ende dieses Kapitels auch der Staat nicht mehr den Einsturz des Gebäudes verhindern kann.

Das sind monströse Metastasen im Endstadium, die sich in einem “freien Markt”, wo laufend bereinigt und aussortiert wird, nie hätten bilden können. Ich bin zuversichtlich, dass sich der Markt auch diesmal durchsetzt - aber je länger man das verhindert, desto grösser der Knall.

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Deutsch, Ökonomie
Tags
Bush, Finanzkrise, freier Markt, Greenspan, Marktwirtschaft, National Debt Clock, New York, Paulson, Staatsschulden, Times Square
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